Demenz verstehen. Sinnvoll handeln.

Was ist Demenz?

Demenz kommt aus dem Lateinischen und lässt sich aus den Wortteilen de = weg und mens = Denkvermögen/Verstand ableiten. Das heißt vereinfacht: Die Leistungsfähigkeit des Gehirns ist beeinträchtigt.

Demenzkranke leiden unter Gedächtnisstörungen. Ihr Gehirn hat mit fortschreitender Krankheit zunehmend Schwierigkeiten, Informationen aufzunehmen, zu speichern und abzurufen. Das bedeutet: Es wird immer schwieriger, sich an Mitmenschen zu erinnern und sich in der gewohnten Umgebung zurechtzufinden.

Zu Beginn einer Demenz ist es dem Gehirn noch möglich, einige der neuen Erfahrungen zu speichern und auch wieder abzurufen. Bei der fortgeschrittenen Erkrankung wird es allerdings für den Betroffenen immer schwerer, die »richtigen« Erinnerungen zu finden. Neue Erfahrungen werden zumeist direkt nach Erhalt wieder vergessen. So kann es auch passieren, dass im weiteren Verlauf der Krankheit alte Erinnerungen für immer aus dem Gedächtnis verloren gehen.

Drei Krankheitsstadien

Die Krankheit verläuft bei jedem Betroffenen anders, man kann jedoch im Allgemeinen drei Stadien feststellen, die fließend ineinander übergehen. Charakteristisch für alle demenziellen Erkrankungen sind beispielsweise ihr schleichender, nahezu unmerklicher Beginn und das kontinuierliche Fortschreiten.

Am Anfang treten kleinere Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Hinzu kommen erste Sprachschwierigkeiten, die Erkrankten benutzen einfachere Worte und kürzere Sätze oder stocken mitten im Satz, verlieren den Faden. In diesem Stadium registrieren die Kranken bewusst die Veränderungen, die in ihnen vorgehen. Deswegen reagieren viele von ihnen mit Wut, Angst, Beschämung oder Niedergeschlagenheit.

Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Symptome offensichtlich. Der erkrankte Mensch ist bei Alltagsaufgaben wie Körperpflege oder Nahrungsaufnahme zunehmend auf die Unterstützung durch andere Menschen angewiesen. Kennzeichnend für dieses Stadium ist eine hochgradige Störung des Gedächtnisses; nahe Verwandte können nicht mehr namentlich benannt werden, das Zeit- und Ortsgefühl geht verloren und die Sprache wird undeutlich und inhaltsleer. Die Erkrankten können ihre Gefühle kaum noch kontrollieren, plötzliche Stimmungsschwankungen, Aggressionen und Depressionen treten verstärkt auf.

Im späten Stadium der schweren Demenz ist der/die Kranke vollkommen auf Pflege und Betreuung durch andere angewiesen. Die Sprache beschränkt sich auf wenige Worte oder Laute; das Orientierungsvermögen in Bezug auf Zeit, Raum, Personen und Situationen geht vollkommen verloren.